Frankfurt: 102 Stolpersteine werden ab Dienstag an 25 Orten verlegt
Ab Dienstag, 27. Oktober, werden in Frankfurt 102 Stolpersteine an 25 Orten verlegt. Erwartet werden 140 Nachkommen von Opfern des NS-Terrors.
Ab Dienstag, 27. Oktober, werden in Frankfurt an 25 Orten insgesamt 102 Stolpersteine verlegt. Zu den Gedenkzeremonien reisen 140 Nachkommen von Opfern des NS-Terrors aus mehr als zehn Ländern an. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, steht damit die bislang größte Stolpersteinverlegung der Stadt bevor.
Im Mittelpunkt stehen die Lebensgeschichten der Menschen, an die die Steine erinnern. Die Initiative recherchiert dafür in Archiven, prüft Verfolgungswege und rekonstruiert das Leben vor der NS-Verfolgung. Nach Angaben ihres Koordinators Martin Dill beschäftigen sich acht bis zehn Mitglieder mit diesen Recherchen.
Für viele Angehörige ist die Reise auch eine persönliche Hürde. Dill schildert, dass manche erstmals nach Deutschland kommen und zuvor Ängste überwinden müssen. Die Initiative lädt die angereisten Familien zu einem Begegnungsabend ein; Reise und Unterkunft bezahlen die Angehörigen selbst.
Nach Dills Angaben begleitet inzwischen stets die Polizei die Verlegungen – zur Verkehrsregelung, aber auch wegen möglicher antisemitischer Vorfälle. Störungen seien in Frankfurt selten; die Haltung gegenüber den Stolpersteinen beschreibt er als überwiegend positiv.
Die Gedenksteine werden durch Spenden finanziert und kosten jeweils 120 Euro. Für die anstehende Verlegung sind alle Patenschaften vergeben. Für das kommende Jahr bittet die Initiative erneut um Spenden, auch für Veranstaltungen und Druckkosten. Die Stadt Frankfurt übernimmt die Vorbereitung der Verlegestellen im Pflaster.
Quelle: Frankfurter Rundschau